FC Zuzwil 2 / Wieder kein Sieg

Bereits am Freitagabend traf sich ein grosser Teil der Zuzwiler Mannschaft anlässlich der Hauptversammlung des Vereins zum gemeinsamen Essen. Als der Sportvorstand in seinem Jahresbericht auf den erfolgreichen Aufstieg der zweiten Mannschaft zurückblickte, wurden bei einigen Spielern sicherlich schöne Erinnerungen an die vergangene Saison wach. Am Samstag folgte dann der erste Doppelspieltag der ersten und zweiten Herrenmannschaft auf heimischem Boden. Nach einem souveränen Auftritt der ersten Mannschaft waren die Voraussetzungen für einen gelungenen Fussballabend eigentlich bestens.

Zum ersten Mal seit drei Spielen erwischten die Zuzwiler dabei sogar einen vernünftigen Start. Die ganz grossen Torchancen blieben zunächst zwar aus, doch die Mannschaft arbeitete sich über den Kampf immer besser in die Partie. Ein gutes Beispiel dafür lieferte Lukas Gutmann, der sich auf der rechten Seite aufmachte und mit viel Tempo nach vorne marschierte. Sein Lauf wurde von einem Flawiler Gegenspieler mit einem robusten Bodycheck beendet. Gutmann liess sich davon allerdings nicht beeindrucken, stand wieder auf. Einige Fragen blieben bei den Zuzwiler zurück, wie das kein Foul sein konnte, aber Lukas kämpfte weiter. Genau diese Einstellung war in der ersten Halbzeit immer wieder zu sehen.

Die grösste Zuzwiler Chance der ersten 45 Minuten hatte schliesslich Innenverteidiger Patrick Bissegger. Nach einem Standard von der linken Seite kam der stämmige Abwehrspieler zum Abschluss. Allerdings zeigte er mit seinem linken Fuss ziemlich deutlich, weshalb er seine Brötchen normalerweise in der Innenverteidigung verdient und nicht im Sturm. Der Ball fand den Weg ins Tor nicht.

Kurz vor der Pause sorgte dann noch Mario Flammer für etwas Verwirrung. Der Dauerbrenner wurde plötzlich ausgewechselt, was bei einigen Anwesenden zunächst für fragende Gesichter sorgte. Der Grund war allerdings deutlich weniger dramatisch als befürchtet: Mario musste lediglich kurz aufs stille Örtchen. Mit einem torlosen 0:0 ging es anschliessend in die Pause.

Welche Worte Coach Philipp Knittel in der Kabine fand, bleibt selbstverständlich auch dieses Mal unter Verschluss. Fest steht jedoch, dass er seine Mannschaft nochmals ordentlich pushte. Die Zuzwiler kamen motiviert aus der Kabine und hielten weiterhin gut dagegen.

In der 54. Minute zeigten die Flawiler jedoch ihre Qualität. Ihre Nummer 10 drehte auf und spielte einen präzisen Steckpass bis an die Grundlinie. Von dort wurde der Ball zurückgelegt und aus rund zehn Metern souverän zum 1:0 verwertet. Die Zuzwiler mussten damit erstmals an diesem Abend einem Rückstand hinterherlaufen.

Nur wenig später folgte der nächste Rückschlag. Mit Frederik Bolt musste bereits der nächste Flügelspieler verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Die Verletztenliste wird damit langsam länger, während die Auswahl an offensiven Alternativen immer kleiner wird. Coach Knittel muss sich bei der nächsten Aufstellung wohl bald überlegen, ob nicht auch der eine oder andere Verteidiger noch über ungeahnte Stürmerqualitäten verfügt.

In der 70. Minute schlugen die Flawiler erneut zu. Nach einem Einwurf in der eigenen Platzhälfte drehte ein Flawiler Spieler auf und bediente den rechten Flügelspieler in den Fuss. Dieser steckte den Ball anschliessend durch auf den Stürmer, welcher ruhig um den Zuzwiler Torhüter kurvte und zum 2:0 einschob. Bei den Zuzwilern machte sich nun etwas Ernüchterung breit und die Mannschaft schien die Partie zunehmend aus den Händen zu geben.

Doch Aufgeben war an diesem Abend keine Option. In der 83. Minute wurde ein Freistoss kurz auf Mario Flammer ausgeführt. Dieser brachte den Ball anschliessend in den Strafraum, wo Captain Janik Zehnder goldrichtig auftauchte. Mit viel Gefühl köpfte er den Ball ins Netz und verkürzte auf 1:2. Der Kapitän bewies dabei einmal mehr, dass er nicht nur in der Defensive den Überblick behalten kann. Vielleicht ist er damit auch auf dem besten Weg, zum Zuzwiler Pendant von Rodri zu werden. Wie der Spanier glänzt er zwar normalerweise eher mit Pässen, Spielkontrolle und taktischer Übersicht als mit Kopfballtoren, aber heute scheint Janik sich seine ganz eigene Interpretation der Rolle zurechtzulegen.

Die letzten Minuten wurden anschliessend nochmals richtig heiss. Die Zuzwiler warfen alles nach vorne und wollten unbedingt noch den Ausgleich erzwingen. In der letzten Minute der Nachspielzeit bot sich tatsächlich nochmals die grosse Gelegenheit. Nach einem Eckball rückte auch Torhüter Etienne Jung mit nach vorne und kam völlig frei an den Ball. Der Zuzwiler Schlussmann hatte damit tatsächlich die beste Gelegenheit des Abends, doch sein Abschluss flog knapp am Tor vorbei. In den Sekunden, in denen der Ball durch die Luft segelte, dürfte Etienne wohl bereits sämtliche Szenarien durchgespielt haben: vom gefeierten Torhüter zum späten Matchwinner, von der Kabinenparty bis zum Heldenstatus. Am Ende blieb leider nur die Erkenntnis, dass der Ball nicht ganz mitspielen wollte.

Kurz darauf war Schluss. Der FC Zuzwil 2 musste sich dem FC Flawil 2 mit 1:2 geschlagen geben. Besonders bitter ist die Niederlage, weil die Zuzwiler über weite Strecken einen soliden Auftritt zeigten und bis in die Schlusssekunden an einen Punktgewinn glauben durften. Nach den vergangenen Spielen zeigt sich jedoch erneut, dass die Mannschaft durchaus mithalten kann, sich für den betriebenen Aufwand aber noch zu selten belohnt.

Trotz der Niederlage darf die Mannschaft den Kopf nicht hängen lassen. Der Kampfgeist stimmte, die Reaktion nach dem 0:2 war vorhanden und auch gegen einen spielstarken Gegner wurde bis zum Schluss alles versucht. Nun gilt es, die Verletztenliste wieder etwas zu verkürzen und aus den vielen guten Ansätzen endlich die verdienten Punkte mitzunehmen.

Allez Zuzwil – gemeinsam weiter!