FC Zuzwil 2 / Immer weiter

Bereits vor dem eigenen Spiel war auf dem Sportplatz einiges los. Die Senioren des FC Zuzwil bestritten auf dem Hauptplatz ihr Achtelfinalspiel im Schweizer Cup. Auch wenn dieses leider verloren ging, liessen es sich einige Jungs der zweiten Mannschaft nicht nehmen, bereits vorher auf dem Sportplatz zusammenzukommen und die Senioren lautstark zu unterstützen. Danach galt die volle Konzentration dem eigenen Spiel gegen den FC Frauenfeld 2b.

Trainer Philipp Knittel hatte für die Partie einen klaren Matchplan ausgearbeitet. Die Vorgabe war, tief zu stehen, die Räume eng zu machen und nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Was sich auf dem Papier bereits vernünftig anhörte, wurde von der Mannschaft auf dem Platz vor allem in der ersten Halbzeit hervorragend umgesetzt. Die schwierigen Platzverhältnisse machten sauberes Kombinationsspiel zusätzlich nicht einfacher. Frauenfeld hatte zwar immer wieder Ballbesitz, doch die Zuzwiler standen kompakt, verteidigten die Bälle konsequent weg und kamen dadurch immer wieder zu gefährlichen Kontern.

Einen solchen nutzte Eleasar Elija Niclaas Konrad zur frühen Führung. Dass Eleasar Elija Niclaas Konrad auf dem Platz allerdings nicht unter seinem vollständigen Namen bekannt ist, zeigte sich bereits bei der Spielerkontrolle. Als der Schiedsrichter seinen Drittnamen «Niclaas» vorlas, schaute Ele zunächst etwas verwirrt in die Runde und schien sich zu fragen, wer denn nun eigentlich gemeint sei. Auf dem Platz wusste er dann glücklicherweise wieder, wer er ist. Ele war schneller als sein Gegenspieler, setzte sich im Laufduell durch und tauchte alleine vor dem Frauenfelder Torhüter auf. Diese Gelegenheit liess er sich nicht nehmen und schob souverän zum 1:0 ein.

Auch beim zweiten Treffer funktionierte das Prinzip tief stehen und schnell umschalten perfekt. Nach einem tiefen Ballgewinn wurde das Spielgerät schnell nach vorne geschlagen. Dort lauerte erneut Ele, der dem Verteidiger den Ball abluchste und plötzlich sehr viel Zeit hatte. Fast schon zu viel Zeit, könnte man meinen. Im anschliessenden Eins-gegen-eins mit dem Torhüter behielt er jedoch die Ruhe und schob den Ball zum 2:0 ins Netz. Zwei Tore, zweimal Ele. Vielleicht hätte der Schiedsrichter bei der Spielerkontrolle einfach direkt «Ele» rufen sollen.

Mit der 2:0-Führung ging es in die Pause. Die Zuzwiler hatten ihren Matchplan nahezu perfekt umgesetzt, standen defensiv sicher und hatten die gefährlicheren Aktionen. Frauenfeld kam zwar immer wieder zu Abschlüssen, wirklich zwingend wurde es jedoch nur selten.

Kurz nach dem Seitenwechsel folgte bereits der dritte Treffer. Der Angriff wurde von ganz hinten aufgebaut, vom Torhüter über die linke Seite nach vorne gespielt und anschliessend gut weitergeführt. Die Zuzwiler kombinierten sich nach vorne und kamen zum Abschluss. Der erste Versuch konnte noch abgewehrt werden, doch beim Abpraller war Ele erneut zur Stelle. Dieses Mal liess er sich nicht selbst als Torschütze feiern, sondern legte den Ball quer auf Sror Rigal. Dieser schloss satt in die untere Ecke ab und erhöhte auf 3:0.

Frauenfeld versuchte anschliessend zwar nochmals, ins Spiel zurückzufinden, doch die Zuzwiler standen weiterhin kompakt und liessen kaum zwingende Chancen zu. Auch Lars Fässler, der an diesem Abend kurzfristig das Zuzwiler Tor hüten musste, zeigte eine sehr gute Leistung. Da die beiden etatmässigen Torhüter auf den Wiesen unterwegs waren und der dritte Torhüter weiterhin verletzt ausfällt, musste kurzerhand eine Ersatzlösung her. Diese funktionierte allerdings so gut, dass Lars gerne wieder einmal vorbeischauen darf, sollte die Zuzwiler Torhüterabteilung erneut kollektiv andere Pläne haben.

Ein weiterer Spieler, der nach seiner Einwechslung sofort ein Zeichen setzte, war Pius «Pille» Räss. Kaum auf dem Platz angekommen, lieferte er sich an der Eckfahne einen äusserst energischen Zweikampf und räumte seinen Gegenspieler mit einer Grätsche ab. Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte auch dem letzten Zuschauer klar gewesen sein, dass Pille nicht eingewechselt worden war, um erst einmal zehn Minuten freundlich ins Spiel hineinzufinden. Genau diese Mentalität braucht es auf dem Platz. Pille ist eben nicht nur für elegante Aktionen zuständig, sondern kann bei Bedarf auch einmal die etwas rustikalere Variante auspacken.

Für den Schlusspunkt sorgte schliesslich Justin Oehen. Zuvor hatte Sror Rigal mit einem herrlichen Steckpass Ele auf die Reise geschickt. Dieser nahm den Ball an der Grundlinie auf, liess seinen Gegenspieler ziemlich alt aussehen und legte die Kugel anschliessend scharf und flach in die Mitte. Dort wartete Justin, der GOAT des Abends, bereits auf seine Chance. Was anschliessend folgte, war irgendwo zwischen technischer Meisterleistung und purem Zufall. Justin wollte die Hereingabe direkt verwerten, erwischte den Ball dabei allerdings wohl etwas anders als geplant. Was folgte, war eine Mischung aus Direktabnahme, Lupfer und einer guten Portion Glück. Der Ball flog über den Torhüter und landete tatsächlich im Netz. Ob Justin genau wusste, wie ihm das Ganze gelungen war, darf an dieser Stelle offenbleiben. Hauptsache, der Ball wusste es. Ein Treffer irgendwo zwischen Eleganz und purem Zufall, aber am Ende zählt bekanntlich nur eines: Er war drin.

Kurz darauf war Schluss. Der FC Zuzwil 2 feierte einen überzeugenden 4:0-Erfolg und belohnte sich damit für einen Auftritt, bei dem der Matchplan von Beginn an konsequent umgesetzt wurde. Vor allem die erste Halbzeit zeigte, wie gut die Mannschaft funktionieren kann, wenn sie kompakt steht, die Zweikämpfe annimmt und nach Ballgewinnen schnell umschaltet. Trotz der schwierigen Platzverhältnisse gelang es den Zuzwilern, die eigenen Chancen konsequent zu nutzen. Frauenfeld hatte zwar einige Abschlüsse, wirklich zwingende Torchancen auf das Tor von Lars Fässler blieben jedoch aus.

Nach dem Schlusspfiff war die Stimmung entsprechend ausgelassen. Die Erleichterung über den gelungenen Abend war spürbar und unter der Dusche wurde gemeinsam und lautstark zur Musik gesungen. Wenn man allerdings ehrlich ist, machte die Mannschaft dabei wohl eine etwas schlechtere Figur als zuvor auf dem Fussballplatz. Vielleicht sollte Coach Knittel für die nächste Woche neben den taktischen Einheiten auch noch eine kurze Gesangseinheit ins Trainingsprogramm aufnehmen.

Doch neben aller Freude über den gelungenen Abend setzte die zweite Mannschaft nach dem Abpfiff noch ein wichtiges Zeichen. Gemeinsam posierte die Mannschaft für ein Foto mit dem Trikot und der Nummer 16 von Daniele Di Gaetano. Daniele ist im Laufe der Woche bei einem schweren Töffunfall verunglückt. Mit dem gemeinsamen Foto möchten ihm seine Mitspieler ihre Unterstützung und die besten Wünsche für eine möglichst schnelle und vollständige Genesung mit auf den Weg geben.

Allez Zuzwil – gemeinsam weiter!