Thurgauer Festspiele auf Kunstrasen: FC Zuzwil 2 gewinnt 2:1
Vor dem Spiel war die Ausgangslage für den FC Zuzwil 2 klar: Ein Sieg musste her. Einerseits wollte man die kleine Siegesserie weiter ausbauen, andererseits ging es auch darum, in der Tabelle vor dem «verfeindeten» FC Niederstetten zu bleiben. Und da in den letzten beiden Partien mit den beiden Topteams der Liga noch zwei äusserst schwierige Aufgaben warten, war allen bewusst, dass sich die Zuzwiler die Punkte am besten bereits in Weinfelden sichern sollten.
Auf dem Kunstrasen erwischten die Zuzwiler einen guten Start und liessen den Ball ordentlich durch die eigenen Reihen laufen. Nach einem etwas zu steilen Pass in die Tiefe musste der Weinfelder Torhüter den Ball klären. Dieser flog allerdings genau in die Mitte, wo Stefan Martin Bartholdi goldrichtig stand. Was dann folgte, war sehenswert: Mit dem ersten Kontakt lupfte Bartholdi den Ball aus rund 30 Metern über den herauseilenden Torhüter. Dieser konnte dem Ball nur noch hinterherschauen. Ein Treffer, bei dem man sich kurz fragen durfte, ob Stefan eigentlich heimlich Torschüsse aus dem Mittelkreis trainiert.
Bis zur Pause entwickelte sich anschliessend ein ausgeglichenes Spiel, in dem auf beiden Seiten die ganz grossen Chancen ausblieben. Die Zuzwiler standen defensiv kompakt und versuchten weiterhin, über Ballbesitz und schnelle Aktionen nach vorne zu kommen. Mit dem 1:0 ging es schliesslich in die Kabinen.
Die Ansprache beider Trainer schien ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Beide Mannschaften kamen mit deutlich mehr Energie aus der Pause. Kurz nach dem Seitenwechsel liessen die Zuzwiler den Ball zunächst wieder ruhig durch die eigenen Reihen laufen, bevor es plötzlich schnell ging. Über die linke Seite wurde Frederik aus der Abwehrreihe bedient. Dieser schickte Dominic Gähwiler auf die Reise und Dömi liess sich die Gelegenheit nicht nehmen. Souverän blieb er vor dem Tor ruhig und erhöhte auf 2:0.
Damit traf erneut ein Thurgauer für die Zuzwiler. Und ganz nebenbei hatte der Torschütze auch noch eine persönliche Verbindung zum Gegner: Dominic Gähwiler verbrachte seine Jugendjahre beim FC Weinfelden. Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein durfte er nun also den wichtigen zweiten Treffer bejubeln.
Kurz darauf bot sich den Zuzwilern sogar die Chance, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Zuerst scheiterte Ele am Weinfelder Torhüter, anschliessend setzte Frederik nach. Doch auch dessen Abschluss konnte der Schlussmann mit einer starken Parade entschärfen. Im direkten Gegenzug wurde es plötzlich auf der anderen Seite gefährlich. Die Weinfelder liefen einen Konter, der im letzten Moment von Sven Dilitz zum Eckball geklärt werden konnte.
Der anschliessende Eckball wurde halbhoch in den Strafraum geschlagen. Mehrere Zuzwiler Verteidiger verpassten den Ball, sodass ein Weinfelder plötzlich völlig frei zum Volley kam. Dieser traf den Ball direkt aus der Luft sauber und unhaltbar. Nur noch 2:1.
In der Folge wurde die Partie zunehmend emotionaler und auch etwas ruppiger. Die Zuzwiler zeigten, dass sie bereit waren, für die drei Punkte zu kämpfen, was sich auch auf dem Verwarnungszettel bemerkbar machte. Hinten liess man zwar den einen oder anderen Abschluss aus der zweiten Reihe zu, wirklich gefährlich wurde es jedoch nur selten. Gleichzeitig setzten die Zuzwiler vorne immer wieder kleine Nadelstiche und kamen zu Möglichkeiten, verpassten es aber, den entscheidenden dritten Treffer zu erzielen.
So musste bis zum Schluss gezittert werden. Doch die Zuzwiler brachten die knappe Führung über die Zeit und durften sich über den nächsten Sieg freuen. Damit geht die kleine Siegesserie weiter und vor allem das Punktekonto wächst genau zum richtigen Zeitpunkt weiter an.
Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hatten an diesem Nachmittag die Thurgauer Reihen innerhalb der Mannschaft. Stefan Martin Bartholdi eröffnete den Torreigen mit seinem Traumtor aus 30 Metern, Dominic Gähwiler legte gegen seinen ehemaligen Jugendverein nach. Kapitän und Mittelfeldstratege Janik Zehnder sowie Patrick Bissegger in der Innenverteidigung standen ebenfalls über 90 Minuten auf dem Platz und sorgten dafür, dass hinten nichts mehr anbrennen sollte.
Und natürlich durfte auch der Edeljoker nicht fehlen. Pius «Pille» Räss wurde gegen Ende der Partie noch ins Spiel geworfen und half mit, den knappen Vorsprung über die Ziellinie zu bringen. Einziger kleiner Kritikpunkt: Bis Pille tatsächlich bereit war, hatte er gefühlt bereits eine komplette Trainingseinheit absolviert. So lange musste der Edeljoker wohl noch selten einlaufen. Vielleicht wollte man einfach sicherstellen, dass er beim Betreten des Platzes wirklich auf Betriebstemperatur war.
Am Ende zählt jedoch nur das Resultat: 2:1 gewonnen, drei Punkte eingefahren und die kleine Siegesserie fortgesetzt. Nun warten in den letzten beiden Spielen zwar noch die beiden Topteams der Liga, doch mit dem aktuellen Kampfgeist darf Zuzwil diese Aufgaben mit breiter Brust angehen.
Allez Zuzwil – die Thurgauer wissen, wie man gewinnt!
