FC Zuzwil 2 / Die nächste Niederlage

Sommerliche Temperaturen, die Badi gleich neben dem Fussballplatz und ein Spiel gegen den FC Uzwil. Eigentlich waren die äusseren Bedingungen bestens. Lediglich der Spieltermin am Sonntag dürfte bei einigen Zuzwilern für eher gemischte Gefühle gesorgt haben. Der Sonntag ist schliesslich für vieles geeignet, bei manchen vielleicht aber eher für die Regeneration nach dem Samstagabend als für 90 Minuten Fussball. Erschwerend kam hinzu, dass die Zuzwiler ihre Kabine nicht direkt am Sportplatz vorfanden, sondern sich bei der Eishalle umziehen mussten. Bei diesen Temperaturen eine durchaus kreative Wahl. Der Gedanke an eine Eishalle sorgte zumindest für eine gewisse innere Abkühlung.

Auf dem anschliessend ziemlich holprigen Rasen erwartete die Zuzwiler ein hitziges Spiel. Sowohl aufgrund der sommerlichen Temperaturen als auch wegen der Ausgangslage. Der FC Uzwil war in der vergangenen Saison nahe am Aufstieg in die 3. Liga und wollte entsprechend auch in dieser Spielzeit zeigen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Leider erwischten die Zuzwiler erneut einen eher verschlafenen Start. Janik Zehnder unterschätzte in der dritten Spielminute einen Ball, worauf die Gastgeber schnell über den Flügel kombinierten. Die anschliessende flache Hereingabe wurde direkt verwertet und bedeutete die frühe 1:0-Führung für Uzwil.

In der Folge bekamen die Zuzwiler zu spüren, weshalb die Uzwiler im vergangenen Jahr so weit oben mitmischten. Technisch waren die Gastgeber teilweise sehr stark und auch mit langen Bällen fanden sie immer wieder ihre Mitspieler. Dennoch ergaben sich für die Gäste immer wieder Möglichkeiten, nach Ballgewinnen schnell nach vorne zu spielen. Leider wurden diese Vorstösse meist etwas zu ungenau ausgespielt, sodass die ganz grosse Ausgleichschance zunächst ausblieb.

Stattdessen erhöhte Uzwil noch vor der Pause auf 2:0. Nach einem langen Freistoss wurde der Ball per Kopf direkt abgelegt und anschliessend aus rund 16 Metern Distanz verwandelt. Die erste Halbzeit war spielerisch sicherlich nicht das, was man sich vorgenommen hatte. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass sich der Aufsteiger aus der 5. Liga keineswegs vor einem solchen Gegner verstecken musste.

Welche Worte Coach Philipp Knittel in der Halbzeit gefunden hatte, bleibt wiederum ein Geheimnis, das wohl besser innerhalb der Kabine bleibt. Sie schienen jedoch die richtigen gewesen zu sein. Die Zuzwiler kamen deutlich besser aus der Pause und traten nun wesentlich entschlossener auf. Über die schnellen Flügelspieler konnten immer wieder gefährliche Aktionen lanciert werden und plötzlich musste sich auch die Uzwiler Defensive vermehrt mit den Angriffen der Gäste beschäftigen.

In der 50. Minute war es Alex Andres Ferrando, der auf dem Flügel einen Gegenspieler stehen liess, nach innen zog und anschliessend Frederik Bolt bediente. Dieser nahm den Ball gekonnt mit, setzte sich gegen die starke Uzwiler Innenverteidigung durch und versenkte den Ball zum 2:1. Damit war die Partie wieder offen und die Zuzwiler hatten sich eindrücklich zurückgemeldet.

Allerdings dauerte es nicht lange, bis der alte Abstand wiederhergestellt war. Nach einem Eckball an den langen Pfosten wurde der Ball flach ins Zentrum gespielt und dort unglücklich von einem Verteidiger ins eigene Tor abgefälscht. Das 3:1 war umso bitterer, weil die Zuzwiler zu diesem Zeitpunkt deutlich besser im Spiel waren und sich für die starke Reaktion nach der Pause eigentlich mehr verdient gehabt hätten.

Doch auch davon liessen sich die Gäste nicht entmutigen. Ein Freistoss von Sror Rigal aus der Nähe der Eckfahne flog in Richtung erster Pfosten, wo Sven Benz den Ball geschickt mit dem Kopf ablenkte. Ohne dabei wirklich abheben zu müssen, sorgte er damit für das 3:2 und liess die Hoffnung auf einen Punktgewinn wieder aufleben.

In den Schlussminuten warfen die Zuzwiler nochmals alles nach vorne. Nach einem schnellen Einwurf bot sich Kay Gemperle kurz vor Schluss die grosse Chance zum Ausgleich. Dass ausgerechnet er in dieser Situation zum Torjäger werden sollte, wäre durchaus eine schöne Geschichte gewesen. Schliesslich spielte Kay bis zur vergangenen Saison noch Innenverteidiger und ist erst seit diesem Sommer im Zentrum zu finden. Der Abschluss fand jedoch nicht den Weg ins Tor. Für einen ehemaligen Innenverteidiger wäre der Schritt vom Abwehrspieler zum späten Matchwinner wohl auch etwas zu viel Entwicklung in nur wenigen Monaten gewesen.

Am Ende blieb es beim knappen 3:2 für den FC Uzwil. Besonders ärgerlich ist dabei erneut der verschlafene Start, der den Zuzwilern das Leben unnötig schwer machte. Gleichzeitig zeigte die zweite Halbzeit, dass sich der Aufsteiger aus der 5. Liga auch gegen einen technisch starken und ambitionierten Gegner wie Uzwil keineswegs verstecken muss. Mit etwas mehr Präzision im letzten Drittel wäre an diesem Nachmittag durchaus mehr möglich gewesen.

Langsam aber sicher gehen dem FC Zuzwil 2 allerdings auch die Spieler aus. Zahlreiche Verletzungen sorgen dafür, dass die Auswahl auf der Bank kleiner wird und immer mehr Spieler auf ungewohnten Positionen aushelfen müssen. Vielleicht wäre für den einen oder anderen in diesem Sommer eine gute Vorbereitung statt ausgedehnter Ferien tatsächlich die bessere Wahl gewesen. Wobei sich diese Erkenntnis natürlich erst nach Saisonstart besonders leicht gewinnen lässt.

Trotz der Niederlage darf der FC Zuzwil 2 aus diesem Spiel einiges Positives mitnehmen. Gegen einen Gegner, der im vergangenen Jahr nur knapp am Aufstieg in die 3. Liga vorbeischrammte, konnte man über weite Strecken mithalten und zweimal das Spiel nochmal spannend machen. Nun gilt es, die guten Ansätze mitzunehmen, die Verletztenliste möglichst schnell wieder zu verkürzen und vor allem eines zu vermeiden: den nächsten verschlafenen Start.

Allez Zuzwil – Schritt für Schritt weiter!