FC Zuzwil 2 / Bittere Niederlage im Derby
Der FC Zuzwil 2 hatte sich das Derby gegen den FC Niederstetten 1 sicherlich anders vorgestellt. Nach dem hart umkämpften Sieg im letzten Spiel war die Vorfreude auf das Duell in der heimischen Arena gross. Die Stimmung in der Kabine war ausgelassen und auch beim Einwärmen war die Vorfreude auf den Derbyabend deutlich spürbar. Kurz vor dem Anpfiff setzte die Mannschaft zudem ein schönes Zeichen: Für ein gemeinsames Mannschaftsfoto versammelten sich alle Spieler mit dem Trikot der Nummer 30. Dieses gehört Lian Bieri, der sich im ersten Saisonspiel einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und seiner Mannschaft damit vorerst nur neben dem Platz zur Seite stehen kann. Eine schöne Geste der gesamten Mannschaft.
Leider hielt die gute Stimmung auf dem Platz nicht lange an. Bereits in der dritten Spielminute kombinierten sich die Niederstetter über die linke Zuzwiler Abwehrseite durch und fanden mit einem Querpass einen Mitspieler vor dem Tor, welcher zum frühen 0:1 einschieben konnte. Der frühe Rückstand verunsicherte die Zuzwiler sichtlich. Im Vergleich zum überzeugenden Auftritt im letzten Spiel war die Mannschaft in der ersten Halbzeit kaum wiederzuerkennen. Viele individuelle Fehler, unnötiges Reklamieren bei Kleinigkeiten und Schwierigkeiten im Spielaufbau prägten das Zuzwiler Spiel.
Offensiv blieben die Gastgeber ebenfalls weitgehend blass. Zwei Szenen sorgten dennoch für etwas Hoffnung. Alex Andres Ferrando setzte sich auf der rechten Seite mit einem schönen Solo gegen mehrere Gegenspieler durch, zog anschliessend ganz im Stile eines gewissen Arjen Robben zur Mitte und schloss ab. Der Versuch war allerdings etwas zu wenig druckvoll, weshalb der Niederstetter Torhüter den Ball parieren konnte. Kurz vor der Pause bot sich den Zuzwilern nochmals eine gute Möglichkeit. Sror Rigal trat aus rund 19 Metern zu einem Freistoss an, doch auch dieser fand den Weg nicht ins Tor. Mit dem knappen 0:1 ging es schliesslich in die Kabinen.
Welche Worte Coach Philipp Knittel in der Halbzeitansprache fand, wird wohl vorerst das Geheimnis der Kabine bleiben. Die Wirkung war jedoch nicht zu übersehen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit präsentierte sich der FC Zuzwil wie ausgewechselt. Die schnellen Flügelspieler kamen nun vermehrt zu guten Aktionen und brachten die Niederstetter Defensive immer wieder in Bedrängnis. Auch die Einwechslung von Dominic sorgte nochmals für zusätzlichen Wind in der Offensive. Einzig der letzte Pass und vor allem der Abschluss wollten an diesem Abend einfach nicht so richtig gelingen.
Besonders fleissig war dabei Pius «Pille» Räss unterwegs. Da einige Abschlüsse der Zuzwiler ihr Ziel verfehlten, durfte er die verschossenen Bälle immer wieder einsammeln und legte dabei nebenbei einige zusätzliche Kilometer zurück. Ob diese Laufleistung am Ende tatsächlich der Grund dafür war, dass es nicht mehr für einen weiteren Einsatz reichte, darf an dieser Stelle zumindest vermutet werden.
Doch im Fussball gilt bekanntlich: Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten. In der 73. Minute führte ein Angriff der Niederstetter, der dem ersten Treffer nicht ganz unähnlich war, zum 0:2. Die Zuzwiler kämpften zwar weiter und versuchten, nochmals ins Spiel zurückzufinden, doch die Hoffnung auf eine Wende schwand mit jeder weiteren Minute. Die ganz grossen Torchancen blieben aus, während die Gastgeber immer wieder aus der zweiten Reihe den Abschluss suchten.
Als die Partie bereits entschieden schien, setzte der FC Niederstetten mit dem Schlusspfiff noch einen letzten Nadelstich. Nach einem klassischen Konter über die linke Seite konnte der Niederstetter Stürmer alleine auf Etienne Jung zulaufen, umkurvte den Zuzwiler Schlussmann und schob zum 0:3-Endstand ein.
Damit endete ein mit Spannung erwartetes Derby mit einer deutlichen 0:3-Niederlage für den FC Zuzwil 2. Nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit zeigte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel zwar eine deutliche Reaktion, belohnte sich für den betriebenen Aufwand jedoch nicht mit einem eigenen Treffer. An diesem Abend wollte es schlicht nicht sein.
Trotz der Niederlage gilt ein besonderer Dank den zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern, welche die Mannschaft an diesem Derbyabend unterstützten und für eine tolle Atmosphäre rund um den heimischen Sportplatz sorgten. Auch das neue Clubhaus war gut besucht und bot den Zuschauerinnen und Zuschauern einen würdigen Rahmen für den Derbyabend – eine Tatsache, über die sich wohl auch der Vorstand des FC Zuzwil freuen dürfte.
Der FC Zuzwil 2 wird nun versuchen, die richtigen Lehren aus diesem Derby zu ziehen und im nächsten Spiel wieder sein anderes Gesicht zu zeigen.
Allez Zuzwil – jetzt erst recht!
